Leibniz-Forschungsverbund INFECTIONS' 21

INFECTIONS' 21
Bekämpfung von Infektionskrankheiten im 21. Jahrhundert

Infektionskrankheiten, wie Lungenentzündungen, Durchfallerkrankungen, AIDS, Tuberkulose oder Malaria gehören zu den häufigsten Todesursachen weltweit und stellen eine große Herausforderung für das Gesundheitswesen im 21. Jahrhundert dar. Zwar konnten diese Krankheiten in den letzten Jahrzehnten dank verbesserter Hygiene sowie dem medizinischen Fortschritt vor allem in den Industrieländern zurückgedrängt werden – durch den Anstieg von Antibiotikaresistenzen, dem Auftreten neuer und zum Teil unbekannter Erreger, Klimaveränderungen und der zunehmenden Mobilität stehen wir heute jedoch vor neuen globalen Problemen, die gelöst werden müssen.

Infektionskrankheiten können sich auf unterschiedlichste Weise verbreiten und auf den Menschen übertragen und werden durch Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten verursacht. Um die Mechanismen der Übertragung zu verstehen und daraus Strategien für eine verbesserte Infektionskontrolle ableiten zu können, bedarf es einer gesamtheitlichen
Betrachtung. Biomedizinische, ökologische, sozioökonomische und politische Aspekte müssen in diese Forschung mit einbezogen werden.

Aus diesem Grund wurde Anfang 2015 das Leibniz-Verbundprojekt „INFECTIONS´21 – Bekämpfung von Infektionskrankheiten im 21. Jahrhundert“ ins Leben gerufen. Ziel dieses interdisziplinären Projektes, an dem 14 Leibniz-Institute und drei externe Partner beteiligt sind, ist es, eine Kultur der interdisziplinären Forschung und Kommunikation
über die Fachgrenzen hinweg zu etablieren und dadurch neue Strategien und Methoden für Frühwarnsysteme auch unter Beteiligung der Öffentlichkeit, ein verbessertes Management von Ausbrüchen und eine optimierte Eindämmung der Erregerausbreitung zu entwickeln.

Um diese Ziele zu erreichen, wurden vier exemplarische Forschungsprojekte identifiziert, die in den kommenden Jahren durch die gebündelte Expertise der teilnehmenden Leibniz-Institute bearbeitet werden. Diese fachübergreifenden Forschungsprojekte beschäftigen sich mit

1. der Mensch-zu-Mensch-Übertragung am Beispiel von Tuberkuloseerreger in gesellschaftlichen Randgruppen,

2. dem Einfluss von Umweltbedingungen auf die Verbreitung von Infektionskrankheiten, die durch die Luft übertragen werden, wie beispielsweise Influenza und Tuberkulose,

3. Gewässer als Knotenpunkte einer Verbreitung von Krankheitserregern zwischen verschiedenen Wirtsarten am Beispiel von Influenza A-Viren, Vibrio und multiresistenten Staphylokokken und

4. dem Klimawandel und der dadurch bedingten Ausbreitung von Insekten, die neue Infektionskrankheiten nach Deutschland tragen.

Mehr Informationen zur Veranstaltung finden Sie im Flyer.

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