Grasnarben / NO-MORE-WAR.biz

Grasnarben / NO-MORE-WAR.biz

am 11. Mai um 18 Uhr eröffnen wir die zweigeteilte Ausstellung „Grasnarben / NO-MORE-WAR.biz“, der Fotografin Barbara Millies und des Journalisten Harald Jo Schwörer, zu der wir Sie herzlich einladen.

Über ganz Europa verteilt gibt es Tausende ehemaliger NS-Lagerorte. Einige von ihnen werden als Orte der Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus besonders hervorgehoben: dort befinden sich Gedenk- und Informationsstätten, es wurden Gedenk- und Grabsteine errichtet und mancherorts sind bauliche Fragmente der Lager erhalten. Andere ehemalige Lagerorte sind nicht Teil öffentlicher Erinnerungskultur geworden. Sie dienen inzwischen anderen Zwecken oder erscheinen "vergessen".

"Grasnarben" beschäftigt sich mit Formen des Erinnerns an Nationalsozialismus und Holocaust. In der Ausstellung wird eine tradierte Bildsprache vermieden, so dass sich keine Aufnahmen von Stacheldraht, Gleisanlagen oder Ähnlichem darin finden. Stattdessen sind unbetitelte Fotografien von Landschaften, ungewohnten Bauwerken und Oberflächen wie Beton, Holzplanken und Pflanzen zu sehen, in Farbe und bei Sonnenschein aufgenommen. Ziel des Konzeptes ist es, Fragen aufzuwerfen. Wie werden diese Bilder wahrgenommen? Werden sie mit dem eigenen Bildgedächtnis aufgeladen? Welche Inhalte können Fotografien befördern, wenn der historische Kontext des Abgebildeten kaum oder gar nicht mehr entschlüsselbar scheint? Welche Formen künftigen Erinnerns sind angemessen?

Der Bunker "Valentin" in Bremen ist ein während des Nationalsozialismus unter Zwangsarbeit errichteter Bau. Im Zuge der Auseinandersetzung um den Umgang mit diesem Bauwerk und seiner Geschichte wurde 1983 heimlich der Slogan "no more war" auf die zur Weser hin gelegene Stirnseite des Bunkers aufgebracht. Dies bildet inhaltlich den Ausgangspunkt für das Projekt "NO-MORE-WAR.biz". Die Filminstallation zeigt die Stirnseite des Bunkers "Valentin" in einem kompletten Tages- und Nachtverlauf. In langsamen Bewegungen ändern sich Wolkenformationen und Lichtverhältnisse, Menschen erscheinen und verschwinden, Ebbe und Flut wechseln sich ab.

Auf dem Bunkerdach ist der Schriftzug NO-MORE-WAR.biz als riesige rote Leuchtschrift digital einmontiert. Durch einen simulierten Schaltfehler in der Lichtanlage leuchten während der Nachtphase die einzelnen Wörter in verschiedenen sinnhaften Kombinationen auf. Dadurch entwickeln sich in ruhigen, unerwarteten Bildern die Themen: Krieg und Waffenhandel ("biz"), die Medialisierung und der Zeitbegriff.

Die Fotoausstellung "Grasnarben" von ehemaligen NS-Lagern in Nordwestdeutschland und die Filminstallation "NO-MORE-WAR.biz" sind bis zum 29. Juni im Haus der Wissenschaft zu sehen. Mit freundlicher Unterstützung der Waldemar Koch Stiftung.

Bitte teilen Sie uns mit, ob wir zur Eröffnung mit Ihnen rechnen dürfen.

Die Begrüßungsworte sprechen:

Prof. Dr. Gerold Wefer
Vorstandsvorsitzender des Hauses der Wissenschaft e.V.

Prof. Dr. Frieder Nake
Universität Bremen, Hochschule für Künste Bremen

Wir freuen uns über Ihr Kommen!

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