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Auf den Spuren von Bremer Frauen in historischen Dokumenten

 

Wissen um 11
Samstag, 17. Januar 2026
Auf den Spuren von Bremer Frauen in historischen Dokumenten
Dr. Maria Hermes-Wladarsch, Anne Harnisch und Dr. Sarah Lentz bei Wissen um 11
 
Am Samstag, den 17. Januar um 11 Uhr gibt es bei Wissen um 11 zwei sehr kurze Vorträge zum Thema „Auf den Spuren von Bremer Frauen in historischen Dokumenten“. Zunächst halten Dr. Maria Hermes-Wladarsch und Anne Harnisch einen Vortrag mit dem Titel „Unbekannte Frauen in der Geschichte Bremens - was und wie können wir über sie erfahren?“. Direkt im Anschluss referiert Dr. Sarah Lentz über "Vergessene Lebenswelten: Ein Bremer Giftmord und die Erforschung marginalisierter Frauen um 1740".

Dr. Maria Hermes-Wladarsch leitet an der Staats- und Universitätsbibliothek die Abteilung Historische Sammlungen, wo auch das DFG-Projekt zu den Gelegenheitsschriften angesiedelt ist. Sie ist Historikerin und übernimmt regelmäßig Lehraufträge für die Universität Bremen.
Anne Harnisch ist Projektleiterin des DFG-Projekts "Von der Taufe bis zum Tod. Personales Gelegenheitsschrifttum der SuUB Bremen (16. - 19. Jhd.). Erschließung und Digitalisierung". Harnisch hat einen kulturgeschichtlichen Masterabschluss zum Zeitalter der Aufklärung sowie einen M.A. in Bibliotheks- und Informationswissenschaft. 
Dr. Sarah Lentz ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Postdoktorandin am Institut für Geschichtswissenschaft (Arbeitsgruppe Frühe Neuzeit) der Universität Bremen und forscht u.a. zur Geschichte Bremens in der Frühen Neuzeit.

Vortrag 1:
Die Staats- und Universitätsbibliothek Bremen besitzt ca. 10.000 Gelegenheitsschriften (z. B. Hochzeitsgedichte oder Leichenpredigten), die sich zu einem Großteil mit Bremer Bürgerinnen und Bürgern befassen. Damit liegt hier ein vermutlich einmaliger Bestand vor, der derzeit in einem von der DFG geförderten Projekt in der SuUB Bremen erschlossen und damit für Forschende weltweit verfügbar gemacht wird.
In Ihrem Vortrag stellen die Referentinnen zunächst personale Gelegenheitsschriften allgemein vor und erläutern anhand eines konkreten Beispiels ihre einzigartige Bedeutung als personenkundliche Quelle. 

Vortrag 2:
Wie lassen sich Lebenswelten von Akteurinnen abseits der städtischen Eliten erforschen, die meist keine eigenen Zeugnisse hinterlassen haben? Anhand eines spektakulären Mordfalls im Bremer Zuchthaus im Jahr 1739 zeigt der Vortrag, wie sich aus Verhörprotokollen Spuren von weiblichen Netzwerken, Alltagspraktiken und subversivem Wissen rekonstruieren lassen. So wird deutlich, welche Bedeutung frühneuzeitliche Gerichtsakten für eine inklusivere Stadtgeschichte haben können.

Im Anschluss an die Kurzvorträge können Interessierte in einem anderthalbstündigen Workshop das Material besser kennen lernen und selber ausprobieren, mit den Quellen zu arbeiten. Außerdem informieren die Referentinnen über Möglichkeiten, sich weiterhin in den Projekten zu engagieren.

Alle im Rahmen des Projekts bereits digitalisierten Gelegenheitsschriften können unter https://brema.suub.uni-bremen.de/suubcasual in den Digitalen Sammlungen der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen eingesehen werden.

Am Samstag, den 24. Januar wird Prof. Dr. Rainer Stollmann den Vortrag halten „Reden in Metaphern“.

„Wissen um 11“, die Wissenschaftsmatinee in Bremen, in der spannende und aktuelle Themen aus der Wissenschaft jeden Samstag um 11 Uhr in dreißig Minuten vorgestellt und wenn möglich gefilmt und zeitnah auf unserem YouTube-Kanal veröffentlicht werden. Der Eintritt ist frei.